Da sitzen wir also.
Ich im Hintergrunddienst unseres Kopfes, im Vordergrund stammelt ein kleines Kind etwas vor sich hin und hat furchtbare Angst und weint, weil niemand da ist.
Es will zu seiner Mutter und sagt, dass es tot sein will, wie der Elefant, der ist auch tot, weil ihm niemand geholfen hat, weil keiner da war, niemand zugehört hat.
Und ich bekomme das alles mit und verstehe all das nicht und bin damit unfassbar überfordert, weil ich etwas tun will, das Kind trösten, ihm versprechen, dass es besser wird, dass es Hilfe bekommen wird.
Aber ich kann nicht.
Weil das Kind mich nicht hören kann, es mir nicht vertraut.
Weil das vielleicht gar nicht stimmt, dass wir Hilfe bekommen, denn gerade sieht es sehr nach einem Therapieabbruch aus, weil die Therapeutin uns hängen lässt in essentiellen Dingen und das schwer auszuhalten ist, zumal wir ihr auch ausführlich geschrieben haben, dass wir uns von ihr Rückmeldungen wünschen und dass "alle" da sein dürfen und wie wichtig es gewesen wäre, wenn sie uns eine Stellungnahme schreibt, damit die Krankenkasse endlich die "richtige" Therapie beim DIS-Spezialisten genehmigt. Das Schreiben sollte letzte Woche Freitag fertig sein, nun wird sie erst zum Termin in der kommenden Woche fertig stellen.
Und das macht uns wütend, das verletzt uns, es macht uns traurig und sehr empfindlich und misstrauisch.
Ich weiß nicht, wie der nächste Termin mit ihr besser werden soll, wenn sie sich weiterhin solche Fehltritte leistet, zumal ich ihr ja alles gerade erst per Mail erklärt hatte, was wir brauchen und was wir gerade nicht gebrauchen können.
Es tut weh, weil es uns so mal wieder in eine große Krise stürzt und wir aber keinen Ansprechpartner haben und das macht große Angst, weil ich so massiv überfordert bin und doch einfach nur darüber reden möchte und nicht, dass es eskaliert und wir dann in der Klinik landen, weil mal wieder niemand zugehört hat.
Und ich würde ihr gerne schreiben, dass uns das verletzt und warum, aber nachdem sie auf die letzte, wirklich lange Mail so gar nicht eingegangen ist, fehlt leider das Vertrauen.
Und so renne ich alleine gegen Wände und schaffe es nicht, sie zu überwinden, weil ich dazu jemanden bräuchte, der mir hilft, sie zu überweinden, der mich stützt und hält und sagt, dass ich das schaffe.
Aber es ist niemand da.
Und so ziehe ich mich mehr und mehr zurück und der große Knall wird kommen.
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