Mittwoch, 31. August 2016

Kuscheltierparty.

So, here we are.
Back in the game.

Gestern hatten wir die letzte Prüfung, meine erste mündliche Prüfung im Leben bisher.
Ich kann nicht einmal sagen, ob ich aufgeregt war.
Ungefähr 2 Stunden vor Beginn der Prüfung habe ich bemerkt, wie sich mein Kopf mal wieder davon schleichen wollte, aber es war alles abgesprochen, die Zeit bis und während der Prüfung sollte an dem Tag mir gehören.
Also habe ich dafür gesorgt, dass das so blieb, lag mit Eisakku auf dem Bett, habe Großstadtrevier geschaut, um mich abzulenken.
Dann um 13 Uhr konnte ich endlich losgehen, da war ich doch wieder sehr entspannt. Mein Ziel war: hingehen, denn der Rest würde sich schon von alleine ergeben.
Habe ich geschafft.
Zur Prüfung gäbe es noch viel zu sagen, aber ich fasse mich kurz:
Ich habe bestanden und das offensichtlich mit einer 1. Die Prüfer sagen das ja nicht genau, das erfahre ich erst in 4 Wochen, wenn das Ausbildungszeugnis von der IHK kommt, aber sie sagten: "Sie haben Ihre Vorleistungen bestätigt" und da ich zuvor einen Durchschnitt von 96 % hatte, gehe ich davon aus, dass ich mein Ziel nun mehr als erreicht habe.

Viele haben mir gratuliert, sich für mich gefreut, weil sie ja noch immer erstaunt darüber sind, wie ich das überhaupt geschafft habe, bei meinen vielen Fehlzeiten und meiner "psychischen Instabilität" und den vielen Krisen.

Tja. Und da stehe ich nun, habe die Ausbildungsstadt hinter mir gelassen und sitze in meiner neuen, ganz eigenen Wohnung und fühle mich doch recht wohl.
Ich bin dankbar, dass meine Kopfmitbewohner so gut mitgeholfen haben, habe das ja auch gut vorbereitet und versprochen, am Abend Pudding für die Kleinen zu kochen. Das kam natürlich gut an.

Unsere Geländepsychologin haben wir noch verabschiedet, aber da wir definitiv in Kontakt bleiben, war es nicht ganz so schlimm. Sie meinte sogar, sie kann auch gerne mal bei uns zu Besuch in die Wohnung kommen. Und das Angebot fanden wir gut und es ist auch okay, weil sie ja nie wieder unsere Therapeutin sein wird, sie bleibt einfach eine gute Wegbegleiterin und das fühlt sich gut an, gemocht zu werden, obwohl man doch eigentlich so anstrengend ist und sie das ja auch zu Genüge mitbekommen hat.
Sie hat den kleinen noch einen Kuscheltier-Eisbären namens Bruno geschenkt. Eigentlich wollte sie den nur leihen, aber naja, so läuft das eben, wenn man das meinen Kleinen leiht, die kümmern sich ja so hingebungsvoll um alle Kuscheltiere, da kriegen andere Menschen dann ein schlechtes Gewissen, wenn sie das Kuscheltier wieder von seinen neu gewonnenen Freunden trennen. :P

Und ja, scheinbar können einige unserer Kuscheltiere fliegen. ;)
Bruno mit Teddy beim Frühstückstee


Und morgen gehts dann gleich weiter, das berufsbegleitende Studium beginnt und ich bin sehr gespannt, wie es werden wird.
Gerade bin ich recht optimistisch, obwohl ich weiß, dass es mich auch definitiv überfordern kann, dann mit 32 neuen Menschen in einem Raum zu sitzen.
Wir werden sehen und ich hoffe zumindest für den ersten Tag nur das Beste.

Und ich werde mir überlegen müssen, was ich denen sage, ob ich etwas sage, wie ich es erkläre, wenn ich mal wieder "weg bin", also dissoziiere oder einfach in solch einem Moment weglaufe, ohne etwas zu sagen, weil jemand meint, er müsse uns schützen.
Ich werde wohl nicht vermeiden können, dass es passiert, also muss ich schauen, was ich dann tue und hoffe, mir fällt eine gute Lösung ein.

Freitag ist dann der Termin bei dem Therapeuten, der sich mit DIS auskennt. Wir sind gespannt, aber auch sehr angespannt deswegen.


Aber jetzt werde ich erst einmal wieder eine Folge Großstadtrevier schauen und morgen ist morgen.


Dienstag, 23. August 2016

Nebel.

Und da sitzen wir noch immer und weinen mal wieder un noch immer.
Ich habe große Angst um uns, ich dachte, nur A. wäre suizidal von uns, aber scheinbar bin ich es mittlerweile wohl auch.

Ich habe meiner Thera geschrieben, ob sie mir einen Notfalltermin abieten kann, ich hoffe sehr, sie kann, denn nächste Woche habe ich meine Abschlussprüfung und da muss ich zumindest einigermaßen gut hinkommen und ein paar Sätze herausbekommen, dann habe ich meinen Abschluss.
Gerade bin ich sogar bereit, irgendwelche Medikamente zu nehmen, nur Klinik muss ich auf alle Fälle vermeiden, weil ich dann bis zur Prüfung wohl nicht mehr raus komme.

Ich habe kaum Worte mehr, will nur, dass das ganze Chaos hier aufhört.
Am Freitag hätten wir eigentlich den Termin bei dem Therapeuten, der sich mit DIS auskennt, aber ich habe den Termin letzte Woche Freitag abgesagt, weil... es geht zurzeit einfach nicht. Das hat schon für so viel Durcheinander und Angst geführt.
Wir haben ihn gebeten, uns zurück zu rufen, damit wir einen neuen Termin vereinbaren können, irgendwann nach der Prüfung.
Aber er meldet sich nicht zurück. Heute wollte ich ihn noch einmal anrufen, aber jetzt ist nicht mal mehr sein AB angeschaltet und das macht mich wahnsinnig. Weil ich jetzt gar nicht weiß, ob er meine Nachricht bekommen hat, ob ich jetzt am Freitag da hin muss oder nicht.

Aber das ist gerade alles eh irgendwie zweitrangig, Hauptziel ist wohl gerade einfach weiter leben.
Ist irgendwie ein echt bescheidenes Ziel, aber nunja, so ist das gerade wohl.



Mittwoch, 17. August 2016

Da sitzen wir also und weinen.
Heute vormittag haben wir eine Therapeutin erreichen können, welche uns für nächste Woch einen Termin anbieten konnte.
Dabei haben wir aber vergessen zu fragen, ob sie sich denn mit Dissoziativen Störungen auskennt.

Und welch ein Wunder, nein, das tut sie nicht, also haben wir den Termin wieder gestrichen.

Nun sitze ich hier, verzweifle und weine einfach mal gepflegt hemmungslos, denn was soll man auch sonst tun.
So langsam habe ich echt keine Kraft mehr.
Ich bin traurig.

Dienstag, 16. August 2016

Die Melancholie des Abschieds.

Weil ich mit Worten nicht gut umgehen kann, wenn es um Abschiede geht, habe ich meiner Therapeutin ein Lied geschrieben und gewidmet.

Ich habe es Leben genannt.






Montag, 8. August 2016

Afraid.

Ich verliere mich in der digitalen Welt, weil die reale Welt mir nicht mehr verlockend scheint.
Ich fühle mich einsam und weiß gar nicht so recht warum.
Ich fühle mich zurück gewiesen und hilflos und weiß warum.
Ich fühle mich traurig und wütend und will schreien und toben und mich kaputt machen, aber das würde zu nichts als noch mehr Traurigkeit und Wut und Resignation führen.
Ich will, dass jemand sieht, dass ich leide und Hilfe brauche.
Aber ich will Worte sprechen lassen und nicht destruktive Taten.

Wir haben heute noch einen Versuch gestartet, eine Therapeutin zu finden, weil wir es ohne Hilfe kaum noch aushalten und immer mehr aufgeben und gar nicht wissen, warum wir diesen Scheiß eigentlich noch mitmachen.

Ich will weinen, ich habe geweint, da ist zu viel Anspannung, so viel Angst in der Stimme beim Telefonieren.
Wir haben gezittert und gestottert, aber wir haben etwas auf den AB sprechen können. Ob sich dieses Mal jemand zurück melden wird, bleibt abzuwarten. So wirklich glaube ich nicht daran, aber noch ist ein wenig Hoffnung da. Dieses Mal habe ich die DIS einfach verschwiegen, kann sein, dass ich das bei den ersten Anrufen nicht hätte erwähnen sollen. Wobei ich ja niemanden suche, der das für Unsinn hält, sondern jemanden, der mir glaubt, der nicht alles in Frage stellt, sondern annimmt, was ist, was ich (und auch andere) wahrnehme und uns zeigt, wie wir aus dem Chaos herauskommen können.

Alle sprechen von großen Potentialen, die wir haben, aber wie zur Hölle, wie sollen wir daraus etwas machen, wenn niemand helfen kann?

Alles fühlt sich ein bisschen wir vor genau 9 Jahren an, als wir das erste Mal sterben wollten.
Wir sind wieder in diesem Zimmer, wir sind wieder ziel- und zeitloslos, wir wissen nicht, mit wem wir reden können, wir wissen nicht, wie es besser werden soll.
Und das macht so traurig.
Weil viele von uns hart darum kämpfen, dass es besser wird und leben wollen, aber einige... eben auch nicht.
Und für die ist diese Situation gerade ein gefundenes Fressen.

Vielleicht könnten wir Kontakt zu der Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt aufnehmen, vielleicht können die irgendwie helfen. Von denen haben wir ja auch die Namen der Therapeuten. Aber das macht so viel Angst, ich will ja gar nicht über irgendwelche Gewalt sprechen, kann ich ja auch gar nicht, ich will nur jemanden, der sagt, dass es besser wird und dem ich auch glauben kann und der sich gemeinsam mit mir, mit uns auf den Weg macht.
In eine bessere Zukunft.

Freitag, 5. August 2016

Heute hatten wir Therapie und es scheint, als ob die Anteile austesten wollen, wie die Therapeutin auf sie reagiert, wie sie mit ihnen umgeht.

Es ist schwierig für mich, weil es wieder zu viel Kontrollverlust war, jemand wütend rausgelaufen ist, dann da A. war, die schon wieder Pläne in die falsche Richtung schmiedet. Und dann war Sascha da und ist wieder rein und ich weiß nicht, das war alles ein bisschen zu viel Durcheinander heute, vermutlich merkt man das meinen unsortierten Worten an. Und ich bin nach wie vor überhaupt nicht gut darin, da für Ordnung zu sorgen und das "kontrollierter" ablaufen zu lassen.

Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll, die Therapeutin setzt alles auf den Klinikaufenthalt, aber ich brauche doch jetzt Hilfe und nicht erst in einem Jahr. Und auch danach brauche ich jemanden, der mir helfen kann, der sich damit auskennt.

Aber es scheint hier niemanden zu geben, nicht einmal Probestunden sind irgendwo möglich, weil selbst die Wartelisten geschlossen sind und das ist doch ziemlich deprimierend.

Und an Tagen wie heute, da kann ich A. echt verstehen und habe auch nicht mehr so viel Lust auf das Leben.

Und trotzdem werde ich noch nicht aufgeben, weil irgendwie ist da noch Hoffnung, dass es irgendwann besser wird, auch wenn der Alltag momentan einfach nach wie vor unfassbar anstrengend ist und das Außenstehende glaube ich nicht einmal ansatzweise verstehen können.



Gleich kommt mein Bruder vorbei, wir wollen die Bilder und den Spiegel an die Wand bringen und er repariert meine Waschmaschine, die mein Bad unter Wasser gesetzt hat.
Und morgen fahren wir dann wohl gemeinsam wieder zu unseren Eltern.
Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.
Ein wenig bin ich froh, war es doch ziemlich viel zu erledigen in dieser Woche hier.
Aber ich weiß auch, dass ich dort den Anteilen erst recht keinen Raum geben kann, weil... naja, es könnte eben schwierig sein.

Wahrscheinlich klingt das gerade alles recht deprimierend, aber es gab auch gute Dinge in dieser Woche.
Meine Therapeutin hat endlich, endlich die Diagnose Borderline-Störung rausgenommen, darüber bin ich doch sehr froh, weil ich damit ja eigentlich noch nie so mitgehen konnte.

Mittwoch, 3. August 2016

If you´re happy and you know it clap your hands.




Wenn du einfach mal verdammt glücklich bist, nur weil das Internet ENDLICH geht.

Auch sonst ist schon wieder viel (Aufregendes) passiert, aber dazu vielleicht morgen mehr.


Montag, 1. August 2016

future kid.

Da sitzen wir also.
In der neuen Wohnung, die unser Ort für die nächsten Jahre sein soll.

Es ist schön hier, ich war sehr fleißig und habe am Wochenende auch noch den Flur (sanftes grasgrün) und das Bad (eierschalenfarben) gestrichen, damit es noch schöner ist.
Ich fühle mich wohl und genieße die Ruhe in meinem Prinzessinnenturm und dass nie jemand an meiner Haustür vorbeigeht, weil ich ganz alleine hier oben lebe.

Die Kisten sind weitestgehend ausgepackt, alles nimmt mehr und mehr Form an.
Nachher kommt der Telekomtechniker und dann habe ich endlich richtiges Internet.
Morgen kommt dann die Waschmaschine.

Und leider der Hauswart, weil ich gerade entdeckt habe, dass in meinem Fenster von außen ein ziemlich großer Kratzer ist und mich frage, wo der herkommt.
Ich bin der festen Überzeugung, dass ich das nicht war, hielt es die ganze Zeit für Möwenkaka, was ja an der Küste schon mal vorkommt.
Aber ne, ließ sich leider nicht mit Glasreiniger entfernen und sorgt nun also für hohe Anspannung, weil ich das Fenster echt nicht bezahlen will (und weil er in meine Wohnung kommt). Nur blöd, dass ich das erst jetzt entdeckt habe, das spricht gegen mich, auch wenn ich in den vergangenen 2 Monaten ja kaum hier war, aber das weiß der Hauswart ja nicht.


Gestern war ich die Gegend weiter erkunden und dachte die ganze Zeit: "Wow. Wie unfassbar schön das hier ist."
Ich habe ja schon einmal in dieser Stadt gelebt, in 5 Stadtteilen bisher. Dies ist jetzt der Sechste und dass es noch so viele unfassbar tolle Orte zu entdecken gibt, das hätte ich nicht gedacht.
Brombeersträuche satt, dann wieder ein kleiner, geheimer Strand, Flussläufe, ein See, das Meer, ein großer Fluss. Überall Wasser, so viel Natur (ohne Menschen) und das in solch einer großen Stadt.
Ich bin begeistert und freue mich auf die nächsten Erkundungstouren.