Back in the game.
Gestern hatten wir die letzte Prüfung, meine erste mündliche Prüfung im Leben bisher.
Ich kann nicht einmal sagen, ob ich aufgeregt war.
Ungefähr 2 Stunden vor Beginn der Prüfung habe ich bemerkt, wie sich mein Kopf mal wieder davon schleichen wollte, aber es war alles abgesprochen, die Zeit bis und während der Prüfung sollte an dem Tag mir gehören.
Also habe ich dafür gesorgt, dass das so blieb, lag mit Eisakku auf dem Bett, habe Großstadtrevier geschaut, um mich abzulenken.
Dann um 13 Uhr konnte ich endlich losgehen, da war ich doch wieder sehr entspannt. Mein Ziel war: hingehen, denn der Rest würde sich schon von alleine ergeben.
Habe ich geschafft.
Zur Prüfung gäbe es noch viel zu sagen, aber ich fasse mich kurz:
Ich habe bestanden und das offensichtlich mit einer 1. Die Prüfer sagen das ja nicht genau, das erfahre ich erst in 4 Wochen, wenn das Ausbildungszeugnis von der IHK kommt, aber sie sagten: "Sie haben Ihre Vorleistungen bestätigt" und da ich zuvor einen Durchschnitt von 96 % hatte, gehe ich davon aus, dass ich mein Ziel nun mehr als erreicht habe.
Viele haben mir gratuliert, sich für mich gefreut, weil sie ja noch immer erstaunt darüber sind, wie ich das überhaupt geschafft habe, bei meinen vielen Fehlzeiten und meiner "psychischen Instabilität" und den vielen Krisen.
Tja. Und da stehe ich nun, habe die Ausbildungsstadt hinter mir gelassen und sitze in meiner neuen, ganz eigenen Wohnung und fühle mich doch recht wohl.
Ich bin dankbar, dass meine Kopfmitbewohner so gut mitgeholfen haben, habe das ja auch gut vorbereitet und versprochen, am Abend Pudding für die Kleinen zu kochen. Das kam natürlich gut an.
Unsere Geländepsychologin haben wir noch verabschiedet, aber da wir definitiv in Kontakt bleiben, war es nicht ganz so schlimm. Sie meinte sogar, sie kann auch gerne mal bei uns zu Besuch in die Wohnung kommen. Und das Angebot fanden wir gut und es ist auch okay, weil sie ja nie wieder unsere Therapeutin sein wird, sie bleibt einfach eine gute Wegbegleiterin und das fühlt sich gut an, gemocht zu werden, obwohl man doch eigentlich so anstrengend ist und sie das ja auch zu Genüge mitbekommen hat.
Sie hat den kleinen noch einen Kuscheltier-Eisbären namens Bruno geschenkt. Eigentlich wollte sie den nur leihen, aber naja, so läuft das eben, wenn man das meinen Kleinen leiht, die kümmern sich ja so hingebungsvoll um alle Kuscheltiere, da kriegen andere Menschen dann ein schlechtes Gewissen, wenn sie das Kuscheltier wieder von seinen neu gewonnenen Freunden trennen. :P
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| Und ja, scheinbar können einige unserer Kuscheltiere fliegen. ;) |
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| Bruno mit Teddy beim Frühstückstee |
Und morgen gehts dann gleich weiter, das berufsbegleitende Studium beginnt und ich bin sehr gespannt, wie es werden wird.
Gerade bin ich recht optimistisch, obwohl ich weiß, dass es mich auch definitiv überfordern kann, dann mit 32 neuen Menschen in einem Raum zu sitzen.
Wir werden sehen und ich hoffe zumindest für den ersten Tag nur das Beste.
Und ich werde mir überlegen müssen, was ich denen sage, ob ich etwas sage, wie ich es erkläre, wenn ich mal wieder "weg bin", also dissoziiere oder einfach in solch einem Moment weglaufe, ohne etwas zu sagen, weil jemand meint, er müsse uns schützen.
Ich werde wohl nicht vermeiden können, dass es passiert, also muss ich schauen, was ich dann tue und hoffe, mir fällt eine gute Lösung ein.
Freitag ist dann der Termin bei dem Therapeuten, der sich mit DIS auskennt. Wir sind gespannt, aber auch sehr angespannt deswegen.
Aber jetzt werde ich erst einmal wieder eine Folge Großstadtrevier schauen und morgen ist morgen.

