Dienstag, 8. November 2016

hands up.

Gerade, jetzt, in diesem Moment, da würde ich es wagen zu behaupten, ich wäre glücklich.
Nicht, weil die Umstände es hergeben, sondern einfach weil ich trotz all den widrigen Umständen gut für mich sorge und nicht müde werde, um und für mich zu werben.

Heute war ich bei meinem tollen sächsischen Neurologen, wir haben das EEG gemacht und das dann anschließend gemeinsam angesehen, er hat mir alles super erklärt, ich habe interessierte Fragen gestellt (by the way, das EEG sei ein "sehr schönes", also ohne jegliche Auffälligkeiten, was ich doch vorerst als sehr positiv bewerte und für Entlastung sorgt).

So zwischendrin fragt er mich dann einfach, ob ich mir nicht vorstellen könnte, bei ihm in der Praxis zu arbeiten. Sie würden händeringend nach guten Leuten suchen. Ich habe vorschnell abgelehnt, aber hey, irgendwie hat mir das dann ja doch geschmeichelt, dass er, obwohl er von dem ganzen dissoziativen Kram weiß und mich vor allem schon seit Jahren sehr gut kennt das ernsthaft fragt.

Habe ihm dann doch anschließend eine Mail geschrieben, ob er das ernst meint und wie der Beruf denn hieße, in dem sie Leute suchen würde und ihm offenbart, dass ich dieses Jahr nicht zur Verfügung stehe, aber nächstes Jahr könnte ich mir durchaus eine Ausbildung bei ihm vorstellen (ich habe ja die Theorie, dass ein leichter bis mittelschwerer psychischer Defekt Einstellungsvoraussetzung bei ihm ist, wenn ich mir die Schwestern so anschaue :P.

Wobei ich mit den allen ziemlich gut zurecht komme und hey, ich kann ja auch voll sozial sein und kommunikativ und mit gestörten Leuten habe ich es in meinem Kopf ja auch zu Genüge zu tun (ja, das war sehr abwertend und ist auch nicht so gemeint, ich glaube, vielleicht könnte ich in einem "sozialeren" Beruf doch zurecht kommen, das habe ich bisher ja immer grundsätzlich ausgeschlossen).

Und vielleicht flasht ihn mein IQ, nach dem er neulich beiläufig gefragt hat (als ob das irgendetwas aussagen würde), vielleicht, dass ich das jahrgangsbeste Abschlusszeugnis in meinem Ausbildungsberuf habe und deswegen nächste Woche zur Ehrungsfeier fahre, vielleicht findet er meine offene, direkte, trotzdem einfühlsame und konstruktiv kritisierende Art aber auch gut.
Oder er hat das nur zum Scherz gefragt, was aber auch nicht schlimm wäre, immerhin hat mir diese Frage ja dennoch geschmeichelt und böse sein kann ich ihm deswegen nicht, dafür setzt er sich viel zu sehr für mich ein.

Er will ein Dreiergespräch mit meiner derzeitigen Ärztin/Therapeutin initiieren und sie mal nach ihrem Therapieplan fragen (weil sie mir ja jedes Mal nur sagt, dass sie mir nicht weiter helfen kann, was ja nun die Sache nicht wirklich besser macht, mir aber zeitgleich keine anderen Hilfsangebote zukommen lässt, was sehr bedauerlich ist und mich schon in große Krisen gestürzt hat, zumal ich jetzt bei meinem Neurologen gesehen habe, dass es eben auch ganz anders sein kann). Tja, ich bin gespannt.

Spontan war ich dann bei meiner ehemaligen therapeutischen WG zu Besuch, weil ich mich irgendwie mit der Bahn verzettelt hatte und dann auf der Ecke war.
Dort war ich 2 Stunden und es tat sehr gut, meine kleine, liebe Ersatzfamilie von früher wieder zu sehen...

Ich bin nach wie vor froh, mich gegen die Weiterführung des Studiums entschieden zu haben.
Nach und nach fällt die Last von mir ab und mit jedem Tag werde ich leichter und es fühlt sich so gut an, mal keine Fachbücher lesen zu müssen, einfach nicht den Druck zu haben, etwas sinnvolles zu tun.
Vorhin bin ich am Raum meiner Kommolitonen vorbei gegangen und habe mich nicht befangen, sondern frei gefühlt, also war es zum jetzigen Zeitpunkt wirklich die richtige ENtscheidung.


Leider hat meine Tutorin noch immer nicht auf meine Mail geantwortet, ob ich denn das Studium im kommenden Jahr von vorne beginnen kann, denn wenn nicht, dann müsste ich mir ja einen Alternativplan überlegen. Vielleicht ist sie aber einfach nur krank.


Außerdem hat heute eine sehr nette Psychologin bei mir angerufen, ich habe Anfang Dezember ein Vorgespräch zwecks Traumatherapie in meiner Ausbildungsstadt.
Das wird jetzt nicht DIE Therapie werden, weil die sich vermutlich nicht so super mit DIS auskennen (wenn überhaupt), aber es ist einfach erst einmal ein Tapetenwechsel UND ich kann meine Geländepsychologin endlich mal wieder sehen, sie hat mir versprochen, dass sie mich dann besuchen kommt.

Und eventuell schaffen wir auch am Tag des Vorgespräches bereits ein kurzes Treffen, sie hat sich den Termin schon einmal notiert, aber sie ist ja leider auch beruflich sehr eingespannt, so dass es eventuell auch nicht klappt. Dennoch freue ich mich eigentlich, noch einmal in die Stadt zu fahren, denn schön ist sie ja und sollte ich dort die Therapie machen, kann ich endlich mal wieder in den tollen Tierpark gehen, zu meiner alten Bibliothek, wo ich mich nie abgemeldet habe und der Bibliotheksausweis auch noch gültig ist. Wo auch noch ein paar frühere Mitauszubildende wohnen... An sich wäre das doch eine gute Möglichkeit, auch wenn der Schwerpunkt jetzt vielleicht nicht auf intensivster Traumatherapie, sondern vielmehr auf Stabilisieren und neue Kraft schöpfen und noch ein paar neue alte Ressourcen wieder zu entdecken.
Gar kein soo schlechter Plan, finde ich.

Montag, 7. November 2016

Nur ein kleines Lebenszeichen, für mehr reicht die Kraft gerade nicht.

Uns geht es ... nicht sehr gut.
Vergangene Woche wurden wir zwei Mal mit dem Notarzt ins Krankenhaus gebracht, unschöne Sache das.
Einmal hatten wir einen Krampfanfall, das wird jetzt beim Neurologen abgeklärt (obs jetzt "nur" dissoziativ ist oder es auch epiletische Krampfanfälle sind), weil wir ja leider so große Panik vor Krankenhäusern haben, dass wir uns beide Male (wie vorher auch immer) sehr schnell selbst entlassen haben. Das sollte ja schon öfter mal ordentlich überprüft werden.

Das andere mal wars ganz sicher psychisch, ein klassischer Zustand von "ich kann nicht mehr richtig laufen, kippe um, kann nicht mehr richtig sehen und hangele mich mit geschlossenen Augen an Häuserwänden entlang und falle dann trotzdem wieder um".

Fremde überfordert das natürlich und deswegen wurde der Krankenwagen gerufen.
Und obwohl ich darauf bestanden habe, dass ich nicht mit will, haben sie mich mitgenommen, ging ja eigentlich auch nicht anders, aber trotzdem, doof das.

Ich werde das Studium abbrechen bzw. unterbrechen, die Gesundheit und ich sind jetzt erst einmal wichtiger.
War keine leichte Entscheidung, aber so wird es ja auch nicht besser. Meine Tutorin hat sich leider noch nicht zurück gemeldet, ob das überhaupt möglich ist, dass ich dann im nächsten Jahr wieder von vorne beginne.

Nach wie vor bin ich sehr durcheinander und geschockt von den Vorkommnissen letzte Woche, habe noch immer keinen Umgang damit finden können und tue mich seitdem noch schwerer mit dem Schlafen.

Ich starte noch einmal einen Versuch mit einer stationären Therapie, vielleicht meldet sich die präferierte Klinik ja noch diese Woche.