Dienstag, 23. Februar 2016

Löffelnazi.

Die Tauben erobern die Stadt.
Der Löffel fällt nicht weit vom Stamm.
Joghurt und Staub ergeben Staub auf Joghurt.

So viel zu den heutigen Erlebnissen.

Mir geht es "gemischt, ganz gemischt". (Marc Uwe-Kling, olé!)
Ich bin ein bisschen sehr unausgeglichen an den Abenden, so dass ich zurzeit nicht viel von eben jenen mitbekomme und zu viel erbreche.

Ansonsten geht es mir aber doch ganz gut.

Ich war am Freitag bei meiner Therapeutin (an dieser Stelle muss ich erst einmal prüfen, ob ich dies nicht schon in einem Post erwähnt hatte, Lochgedächtnis, hallo!)
Ah, ja, okay, ich hatte es bereits erwähnt, gut, dann überspringe ich mal diesen Teil.

Am Samstag, da war Samstag. Ich habe wohl nichts Spektakuläres gemacht, jedenfalls gibt es keine Erinnerung. Abends durfte mein "Freund" (ich sollte dies noch einmal überdenken) in mein Zimmer kommen, wir wollten den Hörspielclub abhalten (= gemeinsames Anhören von Hörspielen, von mir ins Leben berufen, mögliche Hörspiele: Die drei ???, TKKG (witzig, weil irgendwie absurd und pseudokorrekt (Wir nehmen keine Drogen, aber Tarzan haut jeden zu Brei (Aggressionsproblem?)) und überhaupt voll 90er (vor allem die Namen und Ausdrücke), Benjamin Blümchen ist auch möglich.
Stattdessen haben wir uns nur unterhalten, was aber auch okay war.

Momentan schaut er mich aber wieder viel zu verliebt an (wir haben diese Woche Berufsschule und er sitzt neben mir), damit kann ich gar nicht umgehen (und der 15-Jährige Typ in mir erst recht nicht, der droht schon).
Ich schotte mich daher immer mehr ab, ignoriere in meiner Freizeit seine SMS, was nicht nett ist, aber ich kann nicht (keine Beziehung führen, nicht auf seine Gefühle eingehen oder mich damit auseinander setzen und vor allem darf er mich nicht so ansehen, die Gedankenkette in meinem Kopf fährt sonst stetig seine Runden und eine ist schlimmer als die andere).

Nunja.

Sonntag war aber toll.
Ich habe ein Waldabenteuer erlebt.
Bin mit dem Rad raus, weil ich die eine Stunde Sonne des Tages erleben wollte, das ist mir gelungen.
Irgendwann war ich dann in einem Wald und dachte, hey, ich könnte ja auch mal die festen Wege ignorieren und einfach drauf loslaufen. Hab ich dann auch gemacht.
Irgendwann bin ich dann an einem Feldrand angekommen und dachte: Entweder du läufst jetzt den ganzen Weg zurück oder du suchst dir hier jetzt einen Ausweg. (Motto des Tages: Vorwärts immer, rückwärts nimmer.)
Also bin ich los, aufs matschige Feld. Mit meinem Fahrrad.
Der erste Versuch endete an einem Fluss, den ich nicht überqueren konnte, also musste ich weiter nach einem Ausweg suchen, den habe ich auch irgendwann gefunden und war dann doch sehr glücklich.
Mein Fahrrad, meine Schuhe und meine Hose sahen jedenfalls super aus. :D
Auf jeden Fall war ich danach aber ziemlich glücklich.

Nachmittags bin ich dann noch mal mit dem Rad raus, weil es da geregnet hat und ich so die Chance hatte, mein Fahrrad und meine Schuhe zu säubern. Ich putz die doch nicht von Hand. Bin dann also noch einmal anderthalb Stunden durch den Regen gefahren, das war auch sehr schön (wenngleich auch etwas verrückt, aber angenehm verrückt).




Freitag, 19. Februar 2016

Stadtrandlichter.

Bis um 7 Uhr schlafen dürfen (ja, das ist wesentlich länger als sonst ;)), mit dem Zug in meine Lieblingsstadt fahren, bei den ersten Häusern, die man vom Zug aus sieht, ein Gefühl von Ankommen warnehmen, von Glück und sich tief zufrieden fühlen.

In der Stadt entscheiden, bis zum Meer weiterzufahren, dort die einzige Sonnenstunde des Tages am Strand erleben. Die Möwen beobachten, die um ein Fischerboot herumkreisen, am Strand Steine sammeln und innerlich zur Ruhe kommen, weil der Strandsand alle Geräusche schluckt und da nur noch das Rauschen des Meeres, die Möwen und dein Atem ist.

In ein Café gehen, ganz alleine, einen leckeren Milchkaffee trinken und einfach nur da sitzen und den Menschen zuschauen und zuhören.

Zur Therapeutin fahren, Kaffe angeboten bekommen, vollkommen präsent sein und nicht dissoziieren, eine gute Ressourcenstunde erleben.

Weiter fahren zu einer Freundin, ihre neue Katze kennen lernen, auf ihrem Sofa liegen und ihr zuhören und sich überhaupt nicht angespannt fühlen. Irgendwann fahren müssen und traurig sein, weil man schon wieder zur Bahn muss, aber trotzdem im Inneren erfüllt, weil es eine schöne Zeit bei ihr war.

Am Bahnhof noch ein Brötchen kaufen. Und Schokolade. Mit dem Zug zurück fahren.

Wieder in meinem Zimmer ankommen, lange duschen und nun auf dem Bett liegen und lesen.

Ich wünsche mir sehr solcher Tage, weil sie all die schlechten und anstrengenden Tage der letzten Wochen ausgleichen.
Heute bin ich glücklich und das habe ich mir verdient.

Freitag, 12. Februar 2016

Vielleicht sollten wir aufhören, gegeneinander zu arbeiten.
Vielleicht sollten wir ein gemeinsames Ziel finden.
Vielleicht sollten wir zu Beginn miteinander sprechen.
Das Schweigen ist ohrenbetäubend, das Schweigen macht krank und Zeitverluste.
Das Schweigen macht mich ohnmächtig und hilflos.

Ich will wieder Herr (Frau) meines eigenen Körpers sein, ich will nicht wie ein unzurechnungsfähiges Wesen durch die Welt rennen.
Ich will, wenn ich in den Spiegel blicke, in kluge, klare Augen schauen können.
Ich will, dass ich andere wieder öfter zum Lachen bringen kann.
Und mich selbst auch.

Aber vor allem will ich nicht, dass wir uns mit Medikamenten zudröhnen lassen.
Ich will, dass wir das so schaffen.
Natürlich, Medikamente können eine Hilfe sein, aber ich will es ohne schaffen und ich glaube, dass es gelingen kann.
Auf eine Krise mit mehr Medikamenten zu reagieren, das empfinde ich als falsch.
Frag mich doch, was ich brauche.

Ich brauche Ruhe.
Ich brauche Sicherheit.
Ich brauche Zeit mit mir selbst, in mir selbst.
Ich brauche Kontakt.
Ich brauche mehr Lachen.
Ich brauche Freiheit.

Gib mir die Zeit, die ich brauche.
Ich glaube, ich habe die Kraft.
Und wenn ich mich irre, dann komme ich gerne auf dein Angebot der Medikamente zurück.
Bis dahin werde ich mein Bestes geben und neue Wege erkunden.


Mittwoch, 10. Februar 2016

Prokrastination, ahoi!

An und für sich sollte ich mich auf einen Test über Kosten- und Leistungsrechnen vorbereiten.
Aber:
a) ist das enorm langweilig
b) ich bin müde
c) ich kann mich nicht konzentrieren
d) ich hatte einen echt harten Tag
e) hab ich vielleicht auch mal so gar keine Lust.

Also surfe ich seit zwei Stunden im Internet, klicke auf eine Seite, komme durch die Seite auf mindestens 2 weitere neue Seiten. So läuft das hier und es ist okay so.
Im Prinzip kann ich ja morgen auch eine sechs schreiben (unrealistisch) und dennoch meine Eins auf dem Abschlusszegnis behalten, so viel ist mittlerweile ja schon sicher.

Ich hatte heute einen Termin bei meiner Geländpsychologin, lief so mittel.
Sie macht sich große Sorgen (kann ich verstehen), ich dissoziiere so munter vor mich her, bin kaum mal ein paar Minuten "ich selbst" und präsent genug, um vernünftige Gespräche zu führen.
Zum Ende hin wollten wir wieder eine Vereinbarung aufsetzen, dass der Körper nicht geschädigt wird, ein Anteil fand es witzig, den Zettel dann, nachdem ich ihn unterschrieben hatte, in ihrem Beisein zu zerreißen und zu zerknüllen (Anm. d. R. Suuuuuuuuuuuper, weiter so, sag mal, tickst du noch ganz richtig? Als ob der Anteil es so richtig darauf anlegen würde, dass wir doch in die Klinik müssen.)


Auch das Thema Traumatherapie kam (mal wieder) zur Sprache, meine richtige Therapeutin erwähnt es ja mittlerweile in jedem Termin und auch hier ist es jetzt Thema. Heute habe ich mich dann aber auch bereit erklärt, das doch vielleicht irgendwann in der Zukunft mal anzugehen, denn so wie jetzt soll und kann es nicht bleiben, das schaffe ich nicht und mein Körper auch nicht.
Also werden wir nach geeigneten und guten Kliniken mit Einzelzimmer Ausschau halten und uns auf eine Warteliste setzen, das kann ja eh noch dauern, also muss ich da jetzt auch noch keine Panik schieben.
(Und wird eh keiner glauben und Ernst nehmen.)

Wir haben dann heute auch noch mal über den Sicheren Ort gesprochen und zusammen mit einigen Anteilen neue Ideen entwickelt, der alte Sichere Ort wird ja durch Umstände nicht mehr als sicher empfunden.
Das muss ich jetzt umsetzen und hoffe, dass ich und meine Anteile dann vielleicht (bitte, bitte) mal wieder etwas zur Ruhe kommen.
Ich brauch das, echt. Und zwar besser jetzt als morgen.

Am Freitag fahre ich zu meinen Eltern, weil mein Bruder kommt und ich ihn endlich mal wieder sehen möchte, das wird hoffentlich okay.

Sonntag, 7. Februar 2016

Pendel.

Ich pendele zwischen "mir geht es ganz gut und vielleicht wir jetzt doch alles gut" und "ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr" hin und her.
Ich zerstöre meinen Körper momentan zu viel, weil es irgendwie auch egal ist, ich erbreche zu viel und habe Angst, dass das jetzt so bleibt und es mir ebenfalls egal ist.

Ich fühle mich einsam, ich fühle mich zerrissen, ich möchte weinen, ich möchte mich sicher fühlen und weiß doch gar nicht, wie sich das anfühlt.

Ich will, dass das Leiden aufhört, dass ich mich dem Leben wieder näher fühlen kann als dem Tod, dass ich keine Angst vor mir selbst und meinen Handlungen haben muss.

Ich will mich verstehen, vielleicht ist es dann leichter auszuhalten, vielleicht kann ich dann etwas tun, das mir von Dauer hilft.

Ich habe das Gefühl, ich gehe kaputt, obwohl es keinen Grund gibt.
Hier ist zu viel Chaos in mir und es wird nicht weniger.

Ich will fliehen, doch weiß nicht wohin, ich will ankommen, doch wo?
Egal wo ich bin, immer bin da auch ich.
Ich will in mir ankommen, bei mir sein, mit klaren und wachen Augen durch die Welt laufen und nicht in einem Schleier aus Dissoziation.
Ich bin so müde.
Und traurig.
Und morgen muss ich zur Berufsschule und fühle mich nicht gewappnet.
Ich bin nicht in der Lage, mich zu konzentrieren und Leistung zu erbringen, wo doch das Atmen allein schon viel zu schwer ist.
Ich ertrage die vielen Menschen nicht, aber noch weniger ertrage ich mich den ganzen Tag allein.


Freitag, 5. Februar 2016

JFK

Vielen Dank für all eure hilfreichen Kommentare zu meinem letzten Eintrag.
Leider schaffe es ich momentan nicht, jedem einzeln zu antworten, dazu bin ich zu erschöpft, aber mir haben die Ideen sehr weiter geholfen.

Ich habe den Sicheren Ort noch von außen verstärkt, ein großer Drache bewacht uns jetzt, außerdem gibt es eine große Kuppel über dem Ort.

Leider weiß ich nicht, ob das so reicht oder wir "umziehen" müssen, also einen neuen sicheren Ort erschaffen müssen, da der alte doch momentan noch nicht so gut angenommen wird, nach dem was passiert ist.

Das Täterintrojekt (oder was auch immer das ist) habe ich in einen Wald geschickt, dort kann er wüten, so viel er will und alles kaputt schlagen und schreien und beleidigen...
Dort hört und sieht er meine Anteile nicht und andersherum genauso.

Ob das so funktioniert, das werden wir sehen.

Der Termin bei meiner Therapeutin war ein großes Chaos, irgendwann ist jemand raus gerannt und ich saß dann im Treppenhaus und durfte all den "großartigen" Gedanken übers Sterben lauschen, nicht wirklich schön und enorm beängstigend.
Ich dachte schon, ich schaffe es nicht mehr zurück zu meiner Therapeutin und das wärs jetzt mit meinem Leben, nach einer gefühlten Ewigkeit bin ich dann doch zu ihr zurück, hatte aber Mühe, gerade zu laufen und bin bei ihr dann umgekippt.
Irgendwie haben wir mich dann zurück holen können und ich weiß nicht, wie es mir jetzt geht.

Erschöpft bin ich definitiv, aber auch ein bisschen (ein ganz kleines bisschen) zuversichtlicher.

Morgen will ich mit zwei Jungs aus meiner Klasse in meine/unsere Zukunftsstadt fahren, ich freue mich darauf, aber es kann auch gewaltig schief gehen, da ich ja momentan doch sehr instabil bin.
Nun ja, ich hoffe das Beste.


Dienstag, 2. Februar 2016

Täterintrojekte.

Scheinbar wütet das gerade in mir.

Und eventuell weiß jemand der hier Mitlesenden, was man da tun kann?

Ich weiß nicht, wohin mit diesem "Anteil", an den sicheren Ort der anderen darf er auf keinen Fall, da hat er gerade enormen Schaden angerichtet, so dass nach wie vor alle ständig das Ruder an sich reißen und ich kaum längere Zeitspannen der Präsenz habe, was dazu führt, dass ich nicht ausbildungsfähig bin.

Wegsperren wäre mir das liebste, aber ich vermute, so einfach funktioniert das nicht.

Also falls jemand eine Idee, einen Gedanken dazu hat, ich bin gerade sehr dankbar für alles.

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Heute hatte ich wieder einen Termin mit der Geländepsychologin, wir mussten die Vereinbarung, dass dem Körper kein Schaden zugefügt wird, verlängern.
Länger als bis morgen konnte ich mir aber gerade nicht vorstellen, daher haben wir morgen schon wieder Kontakt.
Das ist belastend, für uns beide.
Und das Wort Klinik fällt immer öfter.
Mir ist bewusst, dass für solch intenisve Krisen hier nicht der richtige Rahmen ist, aber ich will Klinik nach wie vor tunlichst vermeiden.
Aber ich merke auch, dass ich ständig "weg" bin und dementsprechend nicht wirklich gut für mich sorgen kann.

Morgen bin ich erst einmal krank geschrieben.
Ich habe mir vorgenommen, den sicheren Ort zu renovieren und wieder herzurichten, nachdem er so  verwüstet und in Mitleidenschaft gezogen wurde. Ob mir das gelingt, werden wir sehen.
Ich wünsche mir, dass wieder mehr Ruhe in mir einkehrt.

Montag, 1. Februar 2016

Zwischen Himmel und Erde.

Ich dissoziiere mich so durch den Tag.
An Ausbildung war heute nicht zu denken.
Und alles auch irgendwie egal.

Ich war froh, dass ich noch am Leben bin.

Das Resultat des Tages ist eine Vereinbarung zwischen der Geländepsychologin und mir:

"Der Körper wird bis zum nächsten Termin mit Frau X. am 02.02.2016 unversehrt bleiben. Daran haben sich alle zu halten."

Bitter, dass das überhaupt notwendig ist, aber die Alternative wäre Klinik und wer hier schon länger mitliest, weiß, dass das nicht so gut vorstellbar ist.

Aber selbst im Gespräch mit ihr bin ich immer wieder weg gewesen und musste dann mühsam wieder nach vorne kommen. Das zieht enorm viel Energie.

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Was gut an heute war?

Ich habe es trotz allem irgendwann geschafft, aus meinem Zimmer zu gehen.
Ich war in der Stadt, bin durch den Regen geirrt.
Irgendwann war ich so durchnässt, wollte aber noch nicht zurück, so dass ich mich in ein Café gesetzt und einen leckeren Milchkaffee getrunken habe. Dort habe ich dann in meinem Notizbuch gemalt und Ideen aufgeschrieben, die dafür sorgen könnten, dass ich wieder mehr und längerfristig ich und handlungsfähig bin.

Außerdem habe ich Keyboard gespielt, die Geländepsychologin fand es sehr berührend und schön.
Ich wurde dadurch angenehm ruhig, zumindest für den Moment des Spielens.

Und ich habe das erste Mal selber Kokosmilch gemacht, bin recht zufrieden mit dem Ergebnis.