Sonntag, 31. Januar 2016

und ich falle
aus mir selbst heraus

ich sehe mich nicht mehr
spüre nur mehr den Schmerz
und die Angst
und frage mich
wann ist genug genug

die hand
die mich quält
hängt an meinem arm
was macht sie da

was bleibt
ist leere
und mutlosigkeit
und immer wieder
die frage nach dem warum
und wann es besser wird
ob es jemals gut sein wird

und ob mir jemand glaubt

Samstag, 30. Januar 2016

Hallo, Erde an Kopf!

Ich frage mich, ob es klug ist, schon wieder die Medikamente abzusetzen.
Bisher war es das nie so wirklich erfolgreich.

Ich könnte meinem Kopf jetzt erklären, dass es wichtig ist, seine Medikamente regelmäßig zu nehmen, damit wir einigermaßen stabil bleiben.
Aber sind wir momentan stabil?
Eher nicht.
Von daher macht dieses Argument für meinen Kopf keinen Sinn.

Also wird es wohl wieder eine Zeit lang ein Experimentieren mit dem Leben ohne Medikamente geben, viele kurze oder schlaflose Nächte und mal sehen, was sonst noch so spannendes.
Irgendwie so semi-tolle Aussichten.

Lieber Kopf, sei doch bitte mal Realist, wir sind krank und wenn man krank ist, darf man Medikamente nehmen, auch wenn die noch so furchtbare Inhaltsstoffe haben.
Es ist nicht für immer.
Und ob wir jetzt an den Nebenwirkungen oder dem übermäßigen Stress durch nicht schlafen können sterben, das ist das im Grunde auch egal.

Also bitte.

Donnerstag, 28. Januar 2016

Vermissen.

Es gibt Tage, da vermisse ich.

 Ich vermisse Erinnerungen an meine Kindheit, frage mich, was ich wohl gerne getan habe und ob ich ein Lieblingskuscheltier hatte.
Wenn ich Kinder sehe, versetzt es mir immer einen Stich und irgendetwas in mir drin will sie beschützen.
Es ist ein diffuses Gefühl, doch immer präsent.
Und ich fürchte mich davor und gleichzeitig sehne ich es herbei, das alles zu verstehen.
Warum ich so bin, wie ich bin, warum ich so wenig von mir weiß, so wenige Erinnerungen habe.

Dann bin ich wieder diffus wütend auf meine Mutter, doch es gibt keine Beweise oder klare Gründe dafür.


Ich würde gerne irgendwann sagen: Es ist vorbei. Und wissen, was das eigentlich bedeutet.
Ich würde gerne irgendwann sagen, ich bin glücklich, weil ich nicht mehr voller Rätsel bin, weil ich mich nicht mehr als unberechenbar erlebe.

Ich würde gerne mal Kinder haben, doch allein schon die Vorstellung, was man dafür tun müsste, ist eine zu große Hürde.
Ich glaube, ich wäre eine tolle Mutter, ich darf ja auch ein wenig mit meinen Anteilen üben, wobei das vermutlich relativ unterschiedliche Dinge wären.


Die Vergangenheit ist nur ein Konstrukt aus Bildern und Meinungen, die wir uns machen und ich wünsche mir, dass ich irgendwann ein vielleicht trauriges Bild sehe, aber auch eines, das einem so viel vermittelt und mitgibt.
Stärke und Mut wird darauf zu sehen sein.
Und aus den geweinten Tränen wir ein wunderbares und beruhigendes Meer entstehen.

Mittwoch, 27. Januar 2016

Anteilekram.

Es ist schon wieder so viel passiert, dass ich kaum weiß, wie ich das zusammen fassen kann.

Ich habe die Entscheidung getroffen (treffen müssen), dieses Wochenende nicht meine Eltern zu begleiten.
Das war ein anstrengender Weg bis dorthin, aber meine Anteile haben sich so stark zu Wort gemeldet, dass ich taub sein müsste, um das zu überhören.
Dementsprechend dann zu handeln fällt aber auch schwer, weil ja nicht alle immer einer Meinung sind.

Damit habe ich mich also dann seit der Entscheidung beschäftigt.
Die Kleinen waren ruhiger, dafür war A. (16 Jahre, weiblich) sehr präsent. (Vielleicht sollte ich mal eine Übersichtsseite über die Anteile anfertigen, aber bisher dachte oder hoffte ich ja noch immer, das lege sich wieder und ich wäre vielleicht doch einfach nur verrückt. Nun ja, ich schweife ab.)
A. hat damit gedroht, sich etwas anzutun und hat dann fast den gesamten Samstag nichts gegessen, so dass ich dann fast in einem Geschäft umgekippt wäre (danke!).
Sie wollte dann bei meinen Eltern anrufen, um zu sagen, dass ich doch mitkomme, ich bin ihr zuvor gekommen und habe das Telefonat erfolgreich und ohne Dissoziation kurz gehalten und bin bei meiner Entscheidung geblieben.

Ich habe meiner Geländepsychologin davon berichtet und sie hat mich dann durch ganz viele Fragen zu A. dazu animiert, herauszufinden, was an ihr gut ist und was sie eigentlich braucht, damit es ihr besser geht.
Gut an ihr ist, dass sie einfach sehr viel Wissen hat. Wenn ich das Gefühl habe, ich weiß gar nichts und wir schreiben einen Test, dann kommt trotzdem fast immer eine Eins dabei heraus, seltsam aber auch irgendwie beruhigend.
Sie ist aber sehr isoliert, auch in unserem Sicheren Inneren Ort und das würde ich gerne ändern.
Ich werde ihr jetzt einen (imaginären) Therapiehund beschaffen, sie soll sich einen aussuchen, den sie mag.
Er wird sie dann beschützen, trösten, wird einfach da sein, ohne etwas zu verlangen.
Klingt nach einer guten Idee.

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Und jetzt macht mein Kopf gerade eine Pause.
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Ich wollte noch danke sagen für die vielen Tags, ich werde diese, wenn ich mal wieder mehr Zeit habe,  gerne beantworten.

Dienstag, 19. Januar 2016

Free Admission.

Diese Woche war bisher nicht wie erwartet.
Am Freitag war ich noch enorm optimistisch, dass jetzt vielleicht doch alles gut wird.
Der Montag und Dienstag haben mich wieder auf den Boden der Tatsachen geschleudert.

Ich bin wieder hochdissoziativ, der kleinste Auslöser genügt und ich bin wieder "weg".
Gestern wollte ich trotzdem unbedingt zum Trommeln, das war nicht so eine gute Idee.
Ich bin sehr stark dissoziiert und alle haben es mitbekommen, prima.
Die meisten wissen ja nicht, was los ist und das sieht dann sicherlich ziemlich bedrohlich von außen aus.
D., die Leiterin hat mir dann geholfen, mich in die Teeküche gebracht und ich bin so nach und nach wieder zu mir zurück gekommen.
Ich habe mich dann aber nicht mehr zurück getraut und habe dann in dem Raum Keyboard gespielt.

Heute bin ich erst später zur Ausbildung gegangen, weil in meinem Kopf ein großes, lautes Durcheinander herrschte.
Irgendwie habe ich fast den ganzen Tag durchgestanden, nachmittags hatte ich dann aber einen dissoziativen Krampfanfall, das war doch sehr ernüchternd und ich bin noch immer ziemlich erschöpft davon.

Mittlerweile habe ich Ideen entwickelt, warum das jetzt wieder so ist.
Vermutlich war es doch nicht so eine gute Idee, mich am Freitag von meiner Mutter fahren zu lassen, dafür existieren momentan zu viele offene Wunden in mir.
Außerdem habe ich zugesagt, dass ich in 2 Wochen mit meinen Eltern in den Urlaub fahre, also nur übers Wochenende.
Ich habe zugesagt, weil mein Bruder schon abgesagt hat und naja.
Jetzt muss ich sehen, wie ich damit zurecht komme und mir gute Strategien zurecht legen, denn so ein Wochenende kann durchaus etwas Positives enthalten.
Wir sind am Meer und Meer und Strand sind ja immer gut.

Samstag, 16. Januar 2016

In meiner Sanduhr steht die Zeit still.

Der Termin bei meiner Therapeutin war ziemlich gut.
Ich war enorm kommunikativ, wie schon die ganze Woche.
Das war für uns beide etwas ungewohnt, aber nicht unangenehm.
Ich hatte viel Positives zu berichten, habe wieder einen großen Entwicklungsschritt gemacht.
Es fühlt sich wirklich wie ein riesiger Sprung an, seitdem ich mich so klar von meinen Eltern abgegrenzt habe, als ob ich jetzt wirklich erwachsen werden würde.

Anschließend war ich aber doch sehr erschöpft, so dass ich, kurz nachdem ich wieder bei mir war, um 19 Uhr schon eingeschlafen bin.

Daher war ich auch um 4 Uhr wieder wach, war dann irgendwie super motiviert und habe mein Anschreiben für die Fachschule verfasst, ist ziemlich gut geworden.

Außerdem war ich umfangreich einkaufen, da ich in nächster Zeit weniger Milchprodukte zu mir nehmen und auch auf zugesetzten Zucker verzichten möchte (wird schwer als Schokoladenjunkie).
Kokosöl, Hirse, Quinoa, Linsen, Erbsen, Hafermilch, Oliven und Olivenöl und Gemüse natürlich.
Ich habe einfach gemerkt, dass ich etwas verändern möchte oder muss, weil es mir mit dem momentanen Essverhalten nicht ganz so gut geht. Nach zu viel Schokolade bin ich immer so unausgeglichen und auf Milchprodukte möchte ich probehalber verzichten, um zu sehen, ob meine Haut dann besser wird.
Die Waage habe ich zeitgleich auch verbannt, da ich ja immer noch an einem besseren Körpergefühl arbeite und auch wenn die Zahlen nach wie vor für mich nichts bedeuten, tun sie es für irgendeinen Anteil in mir vermutlich schon und so kann man schwer ein wirkliches und gutes Körpergefühl aufbauen.

Nachmittags war ich mit meinem Freund in der Stadt im Musikinstitut, das erste mal habe ich mich mit in das Gebäude getraut.
Außer uns war nur ein alter, hustender Professor für irgendwas im Gebäude.
In unserem Raum standen 2 Flügel, jeder hat auf seinem gespielt und wir haben gemeinsam improvisiert und es klang richtig schön und war sehr meditativ und erholsam.

Mittwoch, 13. Januar 2016

Einfach mal hemmungslos zu weinen tut gut.
Ich liege in meinem Bett, der (Stoff)-Hund neben mir in meinem Arm.
Er tröstet mich, während ich all die Anspannung loslasse und einfach weine.
Weil das Leben manchmal so anstrengend ist. Aber manchmal auch so schön.

Und ich weiß nicht, ob ich glücklich oder traurig bin, vermutlich beides.


Und wenn du und ich
nie ein Paar sein werden
vielleicht ist das gar nicht schlimm.
Weil wir schon sind
wer wir sind
und gemeinsam nicht einsam.
Wir sind mehr
als Worte
es zu beschreiben vermögen.
Wir sind mehr
als nur du und ich.
Wir sind alles
was wir je wollten
und uns nie zu träumen wagten.
Wir sind zwei Herzen
die im Takt schlagen
und wenn das kitisch klingt
ist mir das egal
weil es um dich und mich geht
und Liebe ohne Angst.
Und dafür danke ich dir.

Dienstag, 12. Januar 2016

Gemeinsam nicht einsam.

Heute war ein bedeutend besserer Tag als gestern.

Gestern war ich trotz der widrigen Umstände noch beim Trommeln, meine Therapeutin hat mich so liebevoll aufgebaut und mir Mut zugesprochen, dass ich mir das wieder zugetraut hatte.
Ich war zwar nicht bis zum Ende dort, da ich noch mit meinen Kräften haushalten musste, aber das ist für die anderen okay gewesen und steht mir ja immer offen.
Die Stunde dort tat mir aber sehr gut.

Heute habe ich mich intensiv mit jemandem aus meiner Ausbildungsgruppe unterhalten, das tat auch gut.
Ich habe ihm von meinen Anteilen erzählt, damit er mich und die gestrige Situation besser verstehen kann.
Es kam einfach so. Die anderen haben sich gestern wohl große Sorgen um mich gemacht, ich habe das in dem Moment ja alles nicht mitbekommen und ich habe ihnen dann heute ein wenig erklärt, was eigentlich mit mir los ist und was mir dann hilft.

Außerdem war ich mit diesem Jemand heute bei der Geländepsychologin, weil wir uns schon seit geraumer Zeit große und immer zunehmendere Sorgen um eine Mitschülerin machen.
Wir haben ihr davon erzählt, was wir erleben, wie es der Mitschülerin geht, dass sie sich immer mehr zurück zieht, sehr viel weint, schlecht schläft, sich nicht konzentrieren kann, sich einfach nichts zutraut, ihre prekäre familiäre Situation.

Für mich sind das alles große Alarmzeichen und ich konnte und wollte damit nicht länger allein bleiben.
Wir haben Ideen entwickelt, wie man ihr helfen könnte, welche Angebote man machen könnte.
Die Psychologin wird jetzt die Mitschülerin zu einem Gespräch einladen und ich hoffe, irgendetwas verändert sich.
Es muss nichts großes sein, aber es soll sich etwas tun.
Damit es ihr besser geht.
Und auch mir.

Außerdem hatten wir heute ein kleines Projekt in der Ausbildung.
Ich groben ging es um Kompetenzen, persönliche/fachliche/methodische und soziale Kompetenz.
Und es ging um unsere Stärken und Schwächen.
Wir sollten jeweils unseren Sitznachbarn eine Stärke und eine Schwäche zuordnen.
Ich habe die Kreativität bekommen, er bezog das darauf, dass ich gerne male (an der Tafel in der Schule zum Beispiel ;)), aber auch, dass ich für Probleme kreative Lösungen finde und auch anderen Dinge auf gute und angenehme Weise erklären kann. Da konnte ich gut mitgehen.

Als Schwäche wurde mir Energie zugeordnet, mit ihrer Erklärung konnte ich allerdings nicht mitgehen, sie kennt mich aber auch nicht so gut, als dass sie mich richtig einschätzen könnte.
Ich habe sehr viel Energie, zumindest denke ich das von mir, aber oft geht einfach noch mal mehr als die vorhandene Energie abhanden, weil mein Innenleben einfach viel zu viel Energie raubt.

Und dann finde ich es durchaus legitim, auch einfach mal erschöpft zu sein vom ganzen Mühe geben und sich kümmern und für die Anteile da zu sein und für mich da zu sein, mich gut um mich zu sorgen und so nebenbei dann noch eine Ausbildung machen.

Ich bin zufrieden mit dem Tag, wie er bisher verlaufen ist.

Morgen schreibe ich eine Probeprüfung, ich bin gespannt, was mich erwartet.
Außerdem habe ich einen Termin mit der Geländepsychologin.