Heute war ein bedeutend besserer Tag als gestern.
Gestern war ich trotz der widrigen Umstände noch beim Trommeln, meine Therapeutin hat mich so liebevoll aufgebaut und mir Mut zugesprochen, dass ich mir das wieder zugetraut hatte.
Ich war zwar nicht bis zum Ende dort, da ich noch mit meinen Kräften haushalten musste, aber das ist für die anderen okay gewesen und steht mir ja immer offen.
Die Stunde dort tat mir aber sehr gut.
Heute habe ich mich intensiv mit jemandem aus meiner Ausbildungsgruppe unterhalten, das tat auch gut.
Ich habe ihm von meinen Anteilen erzählt, damit er mich und die gestrige Situation besser verstehen kann.
Es kam einfach so. Die anderen haben sich gestern wohl große Sorgen um mich gemacht, ich habe das in dem Moment ja alles nicht mitbekommen und ich habe ihnen dann heute ein wenig erklärt, was eigentlich mit mir los ist und was mir dann hilft.
Außerdem war ich mit diesem Jemand heute bei der Geländepsychologin, weil wir uns schon seit geraumer Zeit große und immer zunehmendere Sorgen um eine Mitschülerin machen.
Wir haben ihr davon erzählt, was wir erleben, wie es der Mitschülerin geht, dass sie sich immer mehr zurück zieht, sehr viel weint, schlecht schläft, sich nicht konzentrieren kann, sich einfach nichts zutraut, ihre prekäre familiäre Situation.
Für mich sind das alles große Alarmzeichen und ich konnte und wollte damit nicht länger allein bleiben.
Wir haben Ideen entwickelt, wie man ihr helfen könnte, welche Angebote man machen könnte.
Die Psychologin wird jetzt die Mitschülerin zu einem Gespräch einladen und ich hoffe, irgendetwas verändert sich.
Es muss nichts großes sein, aber es soll sich etwas tun.
Damit es ihr besser geht.
Und auch mir.
Außerdem hatten wir heute ein kleines Projekt in der Ausbildung.
Ich groben ging es um Kompetenzen, persönliche/fachliche/methodische und soziale Kompetenz.
Und es ging um unsere Stärken und Schwächen.
Wir sollten jeweils unseren Sitznachbarn eine Stärke und eine Schwäche zuordnen.
Ich habe die Kreativität bekommen, er bezog das darauf, dass ich gerne male (an der Tafel in der Schule zum Beispiel ;)), aber auch, dass ich für Probleme kreative Lösungen finde und auch anderen Dinge auf gute und angenehme Weise erklären kann. Da konnte ich gut mitgehen.
Als Schwäche wurde mir Energie zugeordnet, mit ihrer Erklärung konnte ich allerdings nicht mitgehen, sie kennt mich aber auch nicht so gut, als dass sie mich richtig einschätzen könnte.
Ich habe sehr viel Energie, zumindest denke ich das von mir, aber oft geht einfach noch mal mehr als die vorhandene Energie abhanden, weil mein Innenleben einfach viel zu viel Energie raubt.
Und dann finde ich es durchaus legitim, auch einfach mal erschöpft zu sein vom ganzen Mühe geben und sich kümmern und für die Anteile da zu sein und für mich da zu sein, mich gut um mich zu sorgen und so nebenbei dann noch eine Ausbildung machen.
Ich bin zufrieden mit dem Tag, wie er bisher verlaufen ist.
Morgen schreibe ich eine Probeprüfung, ich bin gespannt, was mich erwartet.
Außerdem habe ich einen Termin mit der Geländepsychologin.
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